Geschichte
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Die kleine Streusiedlung Rongellen (von "runcare" = jäten, bzw. "roncus" = Rodung) befindet sich in der Talweitung der Viamala zwischen der Hauptschlucht im Süden und dem sogenannten Verlorenen Loch im Norden auf ca. 900 m.ü.M. Rongellen ist zwar eine kleine, aber noch nicht die kleinste Bündner Gemeinde und gehört zum Schams / Bezirk Hinterrhein.
Es wird vermutet, dass Rongellen im 14. Jahrhundert durch Walser, die sehr wahrscheinlich aus dem Safiental stammten, besiedelt wurde. Ebenso führten die alten Säumerwege auf der Nord-/Süd-Route bei Rongellen vorbei.

 

Bereits 1872 bestand das kantonale Bestreben, kleine Gemeinden unter 150 Einwohner mit grösseren zu verschmelzen.
Für Rongellen war eine Verbindung mit Thusis vorgesehen. Die Rongeller aber widersetzten sich diesen Bestrebungen mit Erfolg, da sie lieber arm, aber unabhängig sein wollten. 1875 fällte der Grosse Rat ein Urteil, wonach der Hof "Surnolla" mit Thusis zu vereinigen sei und Rongellen müsse sich innerhalb eines Jahres an Thusis oder eine Schamser Gemeinde anschliessen. Dazu kam es jedoch nicht, und im Jahre 1890 erlangte Rongellen die Anerkennung einer eigenen Dorfordnung.
Die Erwerbstätigen finden ihre Arbeit und ihr Einkommen in den umliegenden Gemeinden. In der Gemeinde befindet sich aktuell nur noch ein Landwirtschaftsbetrieb. Die Schüler besuchen seit vielen Jahren die Zilliser Dorfschule und lernen dort auch die romanische Sprache. Seit 2003 gehört Rongellen auch der Kirchgemeinde Zillis an.
Mit einem Gemeindesteuerfuss von 30% gehört Rongellen zu den finanzstarken Gemeinden im Kanton.
Dieser Umstand ist den Einnahmen von Wasserzinsen der Kraftwerke Hinterrhein zu verdanken.